Keksentwicklung Tranche 1: flüssigen Tee in einen Keks??

Version 1.1
Zuerst musste ich mal rausfinden, in welcher Form es Mate überhaupt gibt. Tee, gut das lag auf der Hand. Aber wie will man Tee in einen Keks einbacken? Das erschien mir unmöglich. Aus Mangel an Alternativen versuchte ich es trotzdem. Eigentlich wollte ich ja einen richtigen, typischen „Keks“ backen, der in seiner Grundsubstanz ein Mürbeteig sein sollte. Wer sich ein klein bisschen mit dem Backen auskennt, sieht sofort: Mürbeteig an sich enthält keinerlei flüssige Zutat, da passte also etwas nicht! Also wich ich dann doch erst mal auf Hefeteig aus. Ich überlegte mir, dass man eine Art süße Mate-Mini-Schnecke backen könnte. Hierbei ersetzte ich die warme Milch, in der die Hefe normalerweise das Gären beginnt durch extra stark aufgebrühten Mate-Tee. Meine Bedenken, dass die Inhaltsstoffe der Mate die Gärung der Hefe behindern könnten, traten Gott sein Dank nicht ein. Der Teig quoll und quoll. Das Ergebnis schmeckte, ja, aber eben gar nicht nach Mate… das Aroma im Tee war zu schwach, die Menge an Tee, die ich verwenden konnte zu gering und dazu hat Hefe nun mal einen an sich auch nicht unverkennbaren Geschmack.
Fazit: Hefeteig ad acta! Und doch zum Mürbeteig?

Version 1.2
Die Idee war nun, einen Mürbeteig zu bereiten, der abweichend vom Grundrezept eben doch Wasser (Tee!) enthielt.

Grundproblem war aber erst mal, dass ich ich ja eine vegane Keksvariante backen wollte. Daher waren die üblichen Mürbteig-Zutaten Butter und Ei Tabu. Die Butter zu ersetzen, das war nicht weiter schwer, was liegt da näher als Pflanzenmargarine ;) Bei den Eiern tat ich mir schon schwerer. Ich wusste, dass es einige “Ersatzmittel” hier gab, von Tofu angefangen über Bananenmus bis hin zu veganem Joghurt. Aber all das war mir zu abstrus und ich wollte es nicht im Keks haben, auch wegen des eigenwilligen Geschmacks, den jede dieser Zutaten mit sich bringen würde. Also entschloss ich mich, die Eier einfach ersatzlos wegzulassen. Das war aber nicht so einfach möglich, wie ich feststellte, da die Eier dem Keks durch ihre Bindung natürlich eine gewisse Festigkeit und Cremigkeit gaben.
Ich probierte hin und her und variierte solange das Verhältnis der übrigen Zutaten zueinander und die Backzeit, bis ich eine ausreichend stabile und saftige Konsistenz bei gleichzeitig süß-leckerem Geschmack hinbekommen hatte.

Jetzt sollte dort nun also der Tee hinein! Genau wie beim ersten Durchgang kochte ich den Tee äußerst stark auf und ein. Damit der Teig sich dann überhaupt verarbeiten ließ, musste ich einfach die Menge an Mehl erhöhen. Das kam mir schon beim Backen spanisch vor, aber ich zog das Ganze durch und kämpfte mich auch durch‘s eher beschwerliche (denn klebrige) Ausrollen und Ausstechen. Der Keks war trotzdem zu flüssig und von seinem Geschmack her auch lasch. Das viele Mehl machte ihn langweilig, der Mate-Tee konnte kein Gegengewicht setzen.