Testing: Beta-Test

Jetzt war also der nächste, logische Schritt, das Ganze auch mal „offiziell“ zu testen. Sprich, in großem Stil. Bei dem Gedanken schlackerten mir ehrlich gesagt schon die Ohren. Aber der Keks war einfach zu klasse! Die Idee einfach zu marktschreiend!

Wie der Zufall es so wollte, sollte in naher Zukunft eine große Entwickler-Konferenz in Hamburg stattfinden. Ganz ehrlich, doch der absolut beste Zeitpunkt, den Keks an den Mann zu bringen und auch ganz konkret zu gucken, ob er den Leuten nicht nur schmeckt, sondern sie so begeistert, dass er rege Nachfrage finden könnte!

Erstes To-Do war: ich brauchte mehr Mate. Die kleine Probenmenge war jetzt im Laufe der Back-Test-Sessions aufgebraucht. Also rief ich wieder bei dem Lieferanten meines Vertrauens an und orderte Mate – in rauen Mengen, denn natürlich gab es bei solchen Bestellungen Mindestabnahmen, die nicht unbedingt für den Einzelverbrauch bestimmt waren :D Zwei Tage später stand ein RIESEN-Sack Mate in unserem Flur und fortan roch es permanent herb-süßlich bei uns in der Bude. Ich hoffte inständig, dass man nicht schon über reines Einatmen des Aromas von der Wirkung der Mate erfasst wurde. Sonst würden wir jetzt  dauer-Mate-high ;)

Mate-Lieferung aus Brasilien

Das einzige Problem an der Sache war: die Zeit war sehr knapp bis zur Messe und bis auf das Rezept und meine Überzeugung, dass das Produkt gut ist, stand noch nichts. Keine Website, kein Logo, keine Verpackungsidee. Obwohl, halt, das stimmt nicht ganz, als Name kam für mich sowieso immer nur in Frage: MATEKEKS!

Die Verpackung der Kekse sollte auf jeden Fall schlicht sein, kein Plastik, von der Farbgebung her natürlich, in Erdtönen. Für das Logo stellte ich mir eine starke Farbe vor, knalliges orange oder grasgrün, Farben, die sich auf der schlichten Verpackung gut abheben würden und den nötigen Pepp reinbringen würden.

Schließlich fand ich das, was ich wollte: einfache, standfähige Papiertüten, die von innen aber mit Folie bezogen und daher luft- und geruchsdicht waren. Perfekt also. Ich orderte sofort einen Karton davon.

Um fix ein gutes Logo zu bekommen, entschied ich mich dazu, online einen Design-Wettbewerb auszurufen. Der Keks, die Idee und die Logo-Herausforderung kam gut an bei den Designern und innerhalb von zwei Tagen hatte ich eine Reihe von wirklich spannenden Vorschlägen, die ich in Zusammenarbeit mit den Designern in den folgenden Tagen weiterentwickelte. Innerhalb von 5 Tagen stand das finale Logo. Alles ging an die Druckerei und ich ließ Pullover für mich und meine Schwester auf der Brust mit unserem Logo bedrucken. Diese Pullis wollten wir dann an beiden Tagen der Konferenz tragen.

Parallel verbrachte ich jede freie Minute in der Küche und backte Matekekse in Massen. Das ging zu wie am Fließband! Stunde um Stunde, Backblech um Backblech, aber die Tupperboxen füllten sich und langsam sah ich ein Licht am Ende des Tunnels :)

Der letzte Tag zur Vorbereitung vor der Konferenz war gekommen und alles klappte wie am Schnürchen: die Logo-Aufkleber und Visitenkarten waren fertig, der Karton mit den Verpackungstüten stand im Flur, 10 große Boxen mit Keksen gebacken, die Hoodies mit unserem neuen Logo bedruckt. Ich war voller Vorfreude und schloss die letzten Vorbereitungen ab: auf der Konferenz sollten die Besucher natürlich meine Matekekse probieren können, aber sie sollten auch sehen, wie die Kekse zukünftig mal verpackt aussehen sollten. Also befüllte ich kleinere Versionen der Tüten mit jeweils 2 Keksen als Probiergröße, schloss sie und klebte einen Logo-Aufkleber vorne darauf:

Verpackungsdesign

Mit meinem Keksvorrat in Boxen und Probetüten machten meine Schwester und ich uns also am Donnerstag früh auf zur Developer Conference 2013 ins Cinemaxx Hamburg Dammtor.

Was soll ich sagen, das Event war wirklich klasse. Unser Stand erfreute sich besonders in den Pausen zwischen den Vorträgen regen Interesses und wir konnten eine Menge Kekse an den Mann bringen. Immer wieder hörte ich neugierig dem Feedback der Kostenden zu, berichtete bereitwillig von meinen Erlebnissen der letzten Wochen, meinen Plänen, wie alles weitergehen sollte und könnte und bekam auch eine Reihe von guten Tipps an die Hand. Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht und hat mich ein weiteres Mal in meinem Vorhaben bestärkt!