Behörden-Odyssee

Nachdem nun also die Rückmeldungen zu meinen Matekeksen mehrheitlich so grandios positiv waren musste ich nun schnellstmöglich klären, welche rechtlichen Erfordernisse es noch für mich zu erfüllen gab, damit ich auch wirklich mit der Produktion und dem Verkauf in größerem Stil loslegen durfte.

1. Gesundheitsamt – Bereich Lebensmittelüberwachung: nachdem ich nach mehreren vergeblichen Anrufen endlich die Chance bekam, mein Anliegen zu schildern, wurde ich innerhalb von 2 Minuten abgekanzelt: man sei hier keine Beratungsstelle, ich solle mich gefälligst selbst auf den eingängigen Internetseiten von Handwerkskammer, Bäckerinnung und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz informieren. Puff!

2. Industrie und Handelskammer: man hörte sich an, zu welchem Thema ich Fragen hatte und verwies mich an: (ratet mal) das Gesundheitsamt :D. und die Handwerkskammer – diese sei nun für diese Sache zuständig, weil ich ja beim Keksebacken Handwerksrecht tangiere.

3. Handwerkskammer – Stelle für Backgewerbe: meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich! Natürlich hatte ich mir schon Gedanken darüber gemacht, was etwaige Aufsichtsstellen an meinem Vorgehen und Vorhaben auszusetzen haben könnten. Etwa, dass ich die Kekse mit Verkaufsabsicht nicht bei mir zu Hause in der Küche backen durfte, oder, dass sie vorher einer lebensmittelchemischen Untersuchung unterzogen werden mussten, oder, dass sie nur mit speziellen Maschinen vakuumiert verpackt werden dürften. Auf all das war ich vorbereitet, aber nicht auf das:
Ich durfte die Kekse GAR NICHT backen. Sofern ich nicht nur Teiglinge aufbacken würde oder bereits fertige Kekse verpacken und verkaufen würde, sei ich mit dem Zubereiten und Backen der Kekse tätig wie ein Bäcker oder Konditor. Dies selbstständig und mit Gewinnerzielungsabsicht darf man aber in Deutschland nur, wenn man einen Meistertitel inne hat. Also, los geht’s, mach ich doch noch eben mal schnell eine Lehre zum Bäcker und werde anschließend Meister – wir sehen uns in 5 Jahren wieder…

Das zu hören war so ernüchternd! Ich war entsetzt, konsterniert, sprachlos, einfach nur wütend auf so viel Regelungswut! Mir war also gerade eben mal so die Tür vor der Nase zugeschlagen worden. Ich würde so gerne, bin voller Tatendrang, es gibt Menschen, die meinen Keks toll finden, ihn kaufen wollen, aber ich darf nicht! :(

Der einzig gangbare Weg ist also die Zusammenarbeit mit einer Bäckerei / Konditorei, an die ich (schweren Herzens) den Keks-Back-Prozess ausgliedere.  So wird leider alles teurer (der Bäcker will ja nun auch bezahlt werden….), aber ich bin rechtlich auf der sicheren Seite.

3 Gedanken zu „Behörden-Odyssee

  1. Hallo

    das hört sich schlimm an, dabei sind die doch so lecker.
    In Ausland eine Tocherfirma gründen, dort machst du dan Teiglinge und verkauft sie dan an die Mutter Firma
    die darft du sie ja dan wieder Aufbacken.

    Viele Grüße

    Uli Mkuh

    1. Hallo Nils! Danke für Deine Aufmunterung :) In der Tat haben wir eine Bäckerei gefunden, diese müssen wir jedoch nochmal wechseln, weil sie unseren Qualitätsansprüchen nicht genügt… Bleibt also noch spannend. Aber die nächste Produktion soll im Februar starten!

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